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Ausgezeichnet: Markus Dertwinkel-Kalt mit Promotionspreis der Schweitzer Fachinformationen sowie Jens Wrona mit Rolf-Schwarz-Schütte Förderpreis

26.10.2016 - Am 26. Oktober wurden im oeconomicum zwei Nachwuchswissenschaftler ausgezeichnet: Dr. Markus Dertwinkel-Kalt für seine mit ‚summa cum laude‘ bewertete Dissertation „Essays on Behavioral Economics and Industrial Organization“ mit dem Dissertationspreis der Schweitzer Fachinformationen (ehemals Goethe Buchhandlung) für die „Beste Dissertation der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät des Jahres 2015", dotiert mit 5.000 Euro sowie Jun.-Prof. Dr. Jens Wrona mit dem Rolf-Schwarz-Schütte Förderpreis für die beste Publikationsleistung von Nachwuchswissenschaftlern am Düsseldorf Institute for Competition Economics (DICE), dotiert mit 2.000 Euro.

Von: Carolin Grape

Die Auszeichnung für seine herausragende wissenschaftliche Leistung überreichten am Mittwoch im oeconomicum: Thomas Dohme, Geschäftsführer der Schweitzer Fachinformationen (vormals Goethe Buchhandlung) sowie Prof. Dr. Justus Haucap, Dekan der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät. Nach der Laudatio des Doktorvaters Prof. Dr. Hans Theo Normann, Professor für Spieltheorie und experimentelle Wirtschaftsforschung, stellte Dr. Markus Dertwinkel-Kalt seine Forschungsarbeit vor.

Die Dissertation umfasst vier unabhängige Forschungsartikel aus den Bereichen der Verhaltens- und Industrieökonomik. Im verhaltensökonomischen Teil der Arbeit werden aktuelle, theoretische Vorhersagen experimentell getestet. Ein Laborexperiment liefert hier erste Hinweise dafür, dass Menschen in unzureichendem Maße gewillt sind, ihren Status Quo zu verändern, auch wenn dieser ein unerfreulicher ist. Die Forschungsergebnisse deuten daher an, dass Menschen etwa zu lange an negativen Arbeitsverhältnissen oder gescheiterten Beziehungen festhalten. Im industrieökonomischen Teil der Arbeit werden Veräußerungsauflagen theoretisch analysiert, welche in der Praxis häufig angewendet werden, um die wettbewerbsschädigenden Effekte von Unternehmensfusionen aufzuheben. Die Arbeit offenbart einen erstaunlichen Vorteil von Veräußerungsauflagen, welcher sich bei Anwendung des Preistests ergibt. Der Preistest besagt, dass eine Fusion stattgegeben wird sofern nicht erwartet wird, dass sie die Konsumentenendpreise erhöht. Der aus volkswirtschaftlicher Sicht eigenartig krude Preistest sorgt nun dafür, dass die Wahl der Veräußerungsauflage durch die sich zusammenschließenden Firmen zur gesellschaftlich wünschenswerten Marktstruktur führt.

Markus Dertwinkel-Kalt, geboren 1987, studierte von 2006-2011 zunächst Mathematik mit Nebenfach Physik an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, in dieser Zeit verbrachte er ein Auslandssemester an der ETH Zürich. Seine Masterarbeit in Topologie fertigte er 2010-2011 an der FU Berlin an, wo er zusätzlich das Studium der Volkswirtschaftslehre aufnahm. Nach seinem Masterabschluss in Mathematik (2011) studierte er an der HHU Philosophie (mit Nebenfach Germanistik). 2013 schloss er den Bachelor-Studiengang ab. Von 2011 bis 2015 promovierte er am Düsseldorf Institute of Competition Economics (DICE) in Volkswirtschaftslehre. In dieser Zeit forschte er als Gastdoktorand an der NHH Bergen, der CEU Budapest sowie am Royal Holloway College in London. Seit November 2015 lehrt und forscht er als Akademischer Rat auf Zeit an der Universität zu Köln. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in der Verhaltens- sowie der Industrieökonomik.

Jens Wrona mit Rolf Schwarz-Schütte Förderpreis 2015 ausgezeichnet

Jun.-Prof. Dr. Jens Wrona erhielt den mit 2.000 Euro dotierten Förderpreis für die beste Publikationsleistung von Nachwuchswissenschaftlern am Düsseldorf Institute for Competition Economics (DICE). Mit seiner Arbeit „Border Effects without Borders: What Divides Japan's Internal Trade?“ über den innerjapanischen Handel sowie drei weiteren Beiträgen in einflussreichen Fachzeitschriften (Journal of International Economics, Canadian Journal of Economics, World Economy) stachen die Publikationen von Jens Wrona im Jahr 2015 besonders hervor.

In seiner Laudatio würdigte Prof. Dr. Justus Haucap, Direktor des DICE, den Preisträger: „Ganz allgemein sind die Forschungsgebiete von Herrn Wrona internationale Wirtschaftsbeziehungen, insbesondere internationaler Handel und Migration – beides sehr aktuelle und politisch sehr relevante Themen. Jens Wrona erforscht dabei nicht unmittelbar sichtbare Handelsbarrieren (seien sie kultureller Art oder durch (fehlende) persönliche Netzwerke geprägt). Diese Forschung steckt im Bereich der internationalen Wirtschaftsbeziehungen noch ganz in den Anfängen, da der Fokus bisher immer sichtbaren Handelshemmnissen wie Zöllen, Marktregulierungen, Exportbeschränkungen und anderen Marktzutrittsbarrieren galt. Herr Wrona hat mit einer in mühevoller und akribischer Arbeit durchgeführten empirischen Studie über Handel innerhalb Japans bereits einen sehr wichtigen Anstoß für die Erforschung informeller Handelsbarrieren gegeben. Das bessere Verständnis nicht sichtbarer Handelsbarrieren ist zudem auch für den Europäischen Binnenmarkt und andere Regionen sehr wichtig. Herr Wrona leistet hier einen enormen Beitrag.“

Jens Wrona wurde 1985 in Eisenach geboren. Er studierte an der Eberhard Karls Universität Tübingen von 2004 bis 2009 Internationale Volkswirtschaftslehre mit Regionalschwerpunkt Japan sowie Japanologie im Zweitstudium (2006/2007 war er Austausch-Student an der Doshisha Universität Kyoto). Im Jahr 2014 schloss Jens Wrona seine volkswirtschaftliche Promotion zum Thema „Essays on Offshoring and High-Skilled Migration“ mit  der Benotung summa cum laude ab. Jens Wrona ist seit 2014 am Düsseldorf Institute for Competition Economics (DICE) der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf tätig, zunächst als Post-Doc, seit 2015 dann als Junior-Professor für VWL, insb. Int. Economics. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in der Außenwirtschaftslehre sowie der Arbeitsmarktökonomik. Seine aktuelle Forschungsarbeit „Border Effects without Borders: What Divides Japan's Internal Trade?“ wurde 2015 unter anderem mit Reinhard-Selten Preis des Vereins für Socialpolitik ausgezeichnet, welcher als bedeutendster Nachwuchspreis im Bereich Volkswirtschaftslehre gilt.

Rolf-Schwarz-Schütte Förderpreis

Der Rolf-Schwarz-Schütte Förderpreis wird einmal jährlich auf Vorschlag des wissenschaftlichen Beirats des DICE vergeben. Der Preis soll für Nachwuchswissenschaftler zugleich Ansporn und Belohnung sein, Forschungsergebnisse international und hochkarätig zu publizieren und so auch dazu beizutragen, die internationale Sichtbarkeit des DICE durch die Publikationstätigkeit zu fördern.

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