15.04.16 08:46

„Wettbewerbsfähigkeit junger Unternehmen“

Neue Manchot Graduiertenschule an der HHU eröffnet

14.04.2016 - Wie startet man richtig? Wie baut man ein neues Unternehmen auf? Wie wird man ein erfolgreicher Unternehmer? Aber vor allem: Wie bleibt man das? Mit diesen Fragen wird sich die neue Manchot Graduiertenschule „Wettbewerbsfähigkeit junger Unternehmen“ (WEJU) beschäftigen, die heute feierlich eröffnet wird.

Bei der Eröffnung am 14. April: Die Stipendiaten und Stipendiatinnen der Manchot Graduiertenschule WEJU gemeinsam mit den Sprechern, Prof. Dr. Stefan Süß (1.Reihe, 1. v. l.) und Prof. Dr. Eva Lutz (2. v. l.) und Rektorin Prof. Dr. Anja Steinbeck (3. v. l.), Koordinatorin Eva-Ellen Weiß (1. v. r.) sowie dem Kuratoriumsvorsitzenden der Jürgen Manchot Stiftung, Thomas Manchot (oberste Reihe, 1. v. l.) und Kuratoriumsmitglied RA Thomas Kramer (oberste Reihe, 1.v.r.) (Foto: Jochen Müller / HHU)

Von: Carolin Grape

Zunächst forschen fünf Promovendinnen und drei Promovenden hier gemeinsam, ab Juni sollen es dann insgesamt zehn sein. Die Graduiertenschule ist angesiedelt in der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät, die Sprecher sind Prof. Dr. Eva Lutz, Riesner-Stiftungsprofessur für Entrepreneurship, insb. Gründungs- und Wachstumsfinanzierung sowie Prof. Dr. Stefan Süß, Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre, insb. Organisation und Personal. Die Graduiertenschule wird von der Jürgen Manchot Stiftung mit einem Gesamtvolumen von bis zu 830.000 Euro über eine Laufzeit von drei Jahren (bis 31. März 2019) gefördert.

Rektorin Prof. Dr. Anja Steinbeck betont: „Mit WEJU unterstützt die Jürgen Manchot Stiftung nach „Molecules of Infection“ nun bereits die zweite Graduiertenschule an der HHU und setzt sich damit für ein bildungsfreundliches und forschungsstarkes Umfeld ein. Diesem Engagement gebührt größte Anerkennung und Dank!“, und weiter, „WEJU ist für die weitere Entwicklung der HHU von strategischer Bedeutung: Zum einen bestärkt sie unseren überregional renommierten Bereich der Wettbewerbsforschung, zum anderen bettet sie sich hervorragend in unsere bereits bestehenden Aktivitäten als Gründerhochschule ein.“

In der Graduiertenschule wird erforscht, wie junge Unternehmen wettbewerbsfähig werden und in Konkurrenz zu etablierten Unternehmen zu Marktführern aufsteigen können. Ziel ist es dabei, zentrale Gestaltungsfelder von jungen Unternehmen empirisch zu untersuchen und daraus konkrete Handlungsempfehlungen für Gründer und Gründerinnen bzw. Gründungen zu entwickeln.

„Zur Erforschung der Wettbewerbsfähigkeit junger Unternehmen ist es erforderlich, über die Grenzen von Teildisziplinen der Betriebswirtschaftslehre hinaus zu gehen. Insbesondere in frühen Phasen der Unternehmensentwicklung betreffen die Herausforderungen auf dem Weg zur Wettbewerbsfähigkeit mehrere betriebswirtschaftliche Bereiche. So haben beispielsweise wichtige Personal- und Organisationsentscheidungen, wie die Erweiterung des Gründungs- oder Führungsteams, gerade bei noch jungen Unternehmen weitreichende Konsequenzen für das umzusetzende Geschäftsmodell. Außerdem besteht eine enge Verzahnung zwischen der möglichen Markteintrittsstrategie und den begrenzt zur Verfügung stehenden Finanzierungsinstrumenten“, erläutert Prof. Dr. Stefan Süß. Deshalb sind die Forschungsschwerpunkte an den Schnittstellen von drei betriebswirtschaftlichen Bereichen angesiedelt: Personal und Organisation, Finanzierung und Controlling sowie Markt und Strategie. Zusätzlich werden interdisziplinäre Projekte, beispielsweise aus der Perspektive der Volkswirtschaftslehre oder der Psychologie, umgesetzt.

Struktur und Ablauf des Graduiertenprogramms

Die Graduiertenschule umfasst ein strukturiertes, dreijähriges Doktorandenprogramm, durch das eine exzellente wissenschaftliche und praxisnahe Ausbildung gewährleistet wird. Über ein umfangreiches Kursprogramm, eine intensive Promotionsbetreuung und enge Vernetzung mit der Wissenschaftsgemeinschaft sowie mit jungen Unternehmen wird eine exzellente wissenschaftliche, praxisnahe Ausbildung ermöglicht.

Prof. Dr. Eva Lutz erklärt: „Das zweigleisige Programm im so genannten Y-Modell eröffnet den Stipendiatinnen und Stipendiaten vielfältige Karrierewege. Nach einer Grundlagenausbildung können sie sich entweder für den Wissenschafts- oder den Praxiszweig entscheiden. Der Wissenschaftszweig ist für diejenigen vorgesehen, die eine akademische Karriere mit dem Ziel einer Professur anstreben. Der Praxiszweig für jene, die nach der Promotion einen beruflichen Weg in der Praxis, zum Beispiel im Bereich der Gründung eigener Unternehmen oder der Gründungsberatung oder -förderung, verfolgen wollen.“

Zunächst durchlaufen alle Stipendiatinnen und Stipendiaten im ersten Jahr der Graduiertenschule ein umfangreiches Kursprogramm. Diverse Kurse im Bereich der Forschungsmethodik bieten das notwendige Detailwissen, um das Promotionsprojekt zu starten. Darüber hinaus gewährleisten Praxisveranstaltungen wie Gastvorträge von Gründerinnen und Gründern sowie Exkursionen in die regionale Gründerszene einen starken Praxisbezug. Das Programm wird ergänzt durch Skill Workshops unter anderem zu Grundsätzen guter, wissenschaftlicher Praxis und zu Präsentationstechniken, die das notwendige Rüstzeug für einen erfolgreichen Start in der Wissenschaftsgemeinschaft geben.

Nach der Entscheidung im ersten Jahr des Graduiertenprogramms für den Wissenschafts- oder den Praxiszweig, absolvieren alle Stipendiatinnen und Stipendiaten im zweiten Jahr einen dreimonatigen Auslandsaufenthalt. Im Wissenschaftszweig ist dies ein Forschungsaufenthalt bei einem renommierten Kooperationspartner. Damit wird die Möglichkeit eröffnet, Forschungsprojekte voranzutreiben und wichtige Verbindungen im internationalen Wissenschaftsnetzwerk zu knüpfen. Im Praxiszweig steht hingegen der Aufbau von Praxiserfahrung stärker im Vordergrund. Dies wird durch ein dreimonatiges Praktikum bei einem jungen Wachstumsunternehmen in einem ausländischen Start-up-Hub umgesetzt.

Nach erfolgreicher Zwischenevaluation am Ende des zweiten Jahres kann ein Antrag auf Verlängerung des Stipendiums um ein weiteres Jahr gestellt werden. Das dritte Jahr ist dann durch den Abschluss der Forschungsprojekte gekennzeichnet. Zusätzlich werden sich die Stipendiatinnen und Stipendiaten verstärkt im Forschungstransfer engagieren und ihre Erkenntnisse bei akademischen Konferenzen und praxisnahen Veranstaltungen präsentieren sowie in die Gründerlehre der HHU implementieren. Zudem erstellen sie Düsseldorfer Fallstudien, mit denen sie anhand von realen Praxisfällen aus der Region ihre zentralen Ergebnisse in einem konkreten Kontext aufzeigen und vermitteln.

Weitere Informationen unter:

www.mg-weju.hhu.de

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