Die Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf ist an der Entwicklung des ersten KI-gestützten Chatbots für die Schuldnerberatung in Deutschland beteiligt. Das Projekt wird am Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Marketing unter der Leitung von Prof. Dr. Peter Kenning wissenschaftlich begleitet und koordiniert.
Gemeinsam mit der SCHUFA, dem institut für finanzdienstleistungen (iff), der Bundesarbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung (BAG-SB) sowie den Partnern Birds on Mars und delphi Gesellschaft für Forschung, Beratung und Projektentwicklung mbH entsteht ein innovativer Prototyp, der Ratsuchenden einen niedrigschwelligen Zugang zu Beratungsangeboten ermöglichen soll.
Der geplante Chatbot soll Menschen mit finanziellen Schwierigkeiten frühzeitig unterstützen – noch vor dem persönlichen Kontakt mit einer Beratungsstelle. Ziel ist es, kostenfrei erste Informationen bereitzustellen, Orientierung zu geben und auch eine erste emotionale Entlastung zu bieten.
Zu den zentralen Inhalten gehören unter anderem:
- Informationen zu Schulden und Existenzsicherung
- Unterstützung bei Problemen wie Miet- und Energieschulden
- Hinweise zu Unterhaltsverpflichtungen und Kreditrückständen
- Hilfe im Umgang mit Gläubigern und Inkassounternehmen
- Informationen zu Pfändungen und Verbraucherinsolvenzverfahren
Darüber hinaus hilft das Tool dabei, die eigene finanzielle Situation besser zu strukturieren und vermittelt passende Beratungsangebote.
Neben der Unterstützung von Ratsuchenden soll der Chatbot auch Schuldnerberatungsstellen entlasten. Digitale Angebote können Wartezeiten überbrücken und die Vorbereitung von Beratungsgesprächen effizienter gestalten – etwa durch Unterstützung beim Zusammenstellen relevanter Unterlagen. Das Projekt reagiert damit auf steigende Nachfrage nach Schuldnerberatung bei gleichzeitig begrenzten Kapazitäten sowie auf strukturelle Herausforderungen in der Finanzierung entsprechender Angebote.
Die Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf übernimmt im Projekt die wissenschaftliche Begleitung und Koordination. Der Lehrstuhl für BWL, insbesondere Marketing, bringt dabei seine Expertise in der Verbraucherforschung sowie im Bereich „Marketing and Public Policy“ ein. Die Entwicklungs- und Testphase des Prototyps ist für das erste Halbjahr 2026 vorgesehen.